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Ratgeber Innenfarben - Welche Farben wann verwenden?

Der Ratgeber INNENFARBEN  wird Ihnen dabei helfen nicht die Orientierung zu verlieren und die häufigsten Fragen beantworten. So  werden Sie Ihr nächstes DIY erfolgreich umsetzen.

Bei Fragen zu der Verarbeitung von Farben, möchten wir an dieser Stelle auf einen weiteren unserer Ratgeber verweisen: Malerzubehör im Überblick Die Wahl der richtigen Farbwalze

Welche Typen von Innenfarben gibt es?

Innenfarben lassen sich durch einige Eigenschaften kategorisieren. Wir haben uns dazu entschieden eine Einteilung hinsichtlich ihrer ursprünglichen Zusammensetzung darzustellen. 

Warum existieren bei Farben so hohe Preisunterschiede?

Diese finanzielle Betrachtung ist von uns bewusst vorne angestellt, da der Kunde die Preisangaben als eine der ersten Informationen zur Kenntnis nimmt. Wir wollen Ihnen hiermit das Grundwissen vermitteln, dass Sie Preise besser zuordnen können. Um die Ursachen für die Preisunterschiede im Markt für Innenfarben erklären zu können, muss ein Blick auf die Inhaltsstoffe der betrachteten Farben geworfen werden. Farben für den Innenbereich setzen sich im Allgemeinen aus

  • Verdünnungsmittel,
  • Bindemittel,
  • farbgebendem Mittel,
  • und weitere Additive

zusammen. Ein wesentliches Qualitätsmerkmal ist dabei der Anteil des farbgebenden Mittels. Bei weißen Dispersionsfarben ist dies i. d. R. Titaniumdioxyd, das auch eines der teuersten Bestandteile einer Dispersionsfarbe ist. Bei qualitativ hochwertigen Dispersionsfarben ist der Anteil an diesem farbgebenden Pigment sehr hoch und der Anteil an möglichen Füllstoffen, wie Kreide, Kalk oder Talk verhältnismäßig gering. Qualitativ weniger hochwertige Farben besitzen einen höheren Anteil an Füllstoffen, bei einem geringeren Anteil des farbgebenden Mittels.

Ein weiteres wesentliches Qualitätsmerkmal von Dispersionsfarben ist der Anteil des Bindmittels, das bei qualitativ hochwertigen Produkten wesentlich höher ist. Mit dem Anteil des Bindemittels geht die Nassabriebbeständigkeit einer Farbe einher. Da qualitativ weniger hochwertige Farben einen geringeren Bindemittelanteil enthalten, sind diese auch weniger beständig gegen mechanischen Abrieb.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass günstigere Farben ihr Deckvermögen i. d. R. durch ihren Füllmittelanteil auf Kosten der Abriebbeständigkeit erhalten.

Welche Eigenschaften haben diese Farben?

Zuerst haben wir Ihnen eine Übersicht über die unterschiedlichen Farbkategorien verschafft. Daraufhin haben wir Ihnen anhand des Preisunterschiedes die Hauptbestandteile, Ihre Wirkung und somit den Zusammenhang zur Preisentstehung erläutert. Nun führen wir in diesem Abschnitt mit den grundlegenden Eigenschaften der unterschiedlichen Farben fort.

Klassische Dispersionsfarben

Eine Dispersionsfarbe setzt sich aus vier Hauptbestandteilen zusammen:

  • Bindemittel
  • Farbgebendes Mittel
  • Verdünnungsmittel
  • Füllstoffe

Als Bindemittel werden synthetische / mineralölhaltige Zutaten oder Pflanzenöle verwenden. Im letzteren Fall wird auch von Naturdispersionsfarben gesprochen. Hauptsächlich finden Sie Acryl- und Kunstharz als Bindemittel vor. Farbgebende Mittel sind dabei Farbstoffe oder Pigmente. Als Verdünnungsmittel wird i. d. R. Wasser eingesetzt. Füllstoffe werden einerseits eingesetzt, um das Volumen zu vergrößern, und andererseits, um die mechanischen und optischen Eigenschaften zu beeinflussen. Neben den oben aufgeführten Hauptbestandteilen enthalten Dispersionsfarben häufig Additive, um Anwendungsopimierung zu erzielen. Eingesetzte Additive sind:

  • Konservierungsmittel
  • Lösungsmittel
  • Weichmacher
  • Dispergiermittel
  • Entschäumer
  • Stabilisatoren
  • Verdickungsmittel

Silikatfarben

Das mineralische Bindemittel dieser Farben ist Silikat - i. d. R. Kaliumsilikat bzw. Kaliwasserglas. Diese Silikatanstriche stechen durch ihre Langlebigkeit und Witterungsbeständigkeit hervor - insbesondere die Reinformen. Heutzutage wird unter Mineralfarbe hauptsächlich die Silikatfarbe angesprochen. Die Begriffe Wasserglasfarben und Keimfarben sollten Sie nicht verwirren, da diese sich auf das Bindemittel Kaliwasserglas beziehen. Mineralfarben verkieseln im Gegensatz zu anderen Farbklassen. In anderen Worten wird zwischen dem mineralischen Untergrund und dem Anstrich eine Verbindung eingegangen und es ensteht nicht lediglich eine Beschichtung durch den Auftrag. Eine weitere wesentliche Eigenschaft einer Silikatfarbe ist ihre Diffusionsfähigkeit. Silikatfarben erzeugen einen natürlichen Algen- und Schimmelschutz.

Kalkfarben

Kalkanstriche sind nur bedingt witterungsstabil. Sie werden heutzutage hauptsächlich im Bereich der Denkmalpflege vorgefunden. Der Ausdruck Fresko- oder Frischmalerei ist ein bekannter Fachausdruck.

Latexfarben

Heutzutage werden unter Latexfarben Farben angesprochen, die Kunststoffdisperionsfarben sind und Kunstharz als Bindemittel besitzen - meistens Polyvinylacetat. Kunstharzdispersionsfarben mit dekorativen Zusätzen (z. B. Glitter) sind ebenfalls inbegriffen. In der Anfangszeit enthielten Latexfarben als Bindemittel natürliches Latex. Die modernen Latexfarben werden jedoch lediglich wegen der zu den ursprünglichen Latexfarben bekannten Eigenschaften als Latexfarben bezeichnet. Hierzu gehören die Strapazierfähigkeit (Elastizität), Glanz, Wasserbeständigkeit und Wasserdampfundurchlässigkeit. Öffentliche Gebäude sind bekannte Beispiele mit hoch beanspruchten Räumlichkeiten und Ihren hohen Anforderungen an solche Farben.

Isolier- und Absperrfarben

Als Isolier- oder Absperrfarben werden Farben bezeichnet, die isolierende Eigenschaften besitzen. Sie können bei Fett-, Nikotin- und Rußflecken oder bei Wasserschäden verwendet werden. Diese Farben werden auch als Sperrgrund bezeichnet, da Sie als funktionale Grundierung vor dem eigentlichen Anstrich aufgebraucht werden. Somit wird eine deckende und einheitliche Endbeschichtung ohne Durchdringen von vorherigen Prägungen des Untergrundes gewährleistet.

Schimmelschutz-Farben

Im allgemeinen Sprachgebrauch als Anti-Schimmelfarbe oder auch Schimmelfarbe bezeichnet, sind schimmelhemmende Farben gemeint. Diese enthalten entweder fungizide oder bakterizide Zusatzstoffe. Durch Mineralienzusatz kann auch ein natürlicher Schimmelschutz durch die Alkalität erreicht werden.

Algenschutz-Farben

Als Anti-Algenfarben werden im allgemeinen Sprachgebrauch Farben bezeichnet, die algenhemmende Eigenschaften besitzen. Diese werden entweder durch den Zusatz von Algiziden oder einer mineralischen Basis erreicht. Hierbei wird durch die alkalische Eigenschaft des mineralischen Bindemittels ein lebensfeindliches Milieu für Algen geschaffen.

Magnetfarben

Mit Magnetfarben lassen sich Oberflächen gestalten, an denen Magnete haften - z. B. für Notizen oder Ähnliches. Die Faben sind mit Metallteilen versehen, die für die magentische Haftung sorgen.

Weitere Fragen

Zu Ihrem neuen bzw. aufgefrischten Verständnis bezüglich der unterschiedlichen Farbtypen folgen nun einige weitere Themenaspekte. Diese beziehen sich einerseits auf die Anwendung und andererseits runden Sie Ihr Verständnis mit dem Thema in Zusammenhang stehenden Aspekten ab.

Verdünnen von Farben

Die meisten Farben im Endkundenmarkt werden verarbeitungsfertig verkauft. In Produktdatenblättern sind weitere Hinweise nachzuschlagen, wie z. B. ist oft die Konsistenzanpassung mit Zugabe von 2 bis 10 % an sauberen Wasser nachzulesen.

Wie viel Farbe benötige ich für mein Projekt

Am einfachsten ist es für Sie, wenn Sie die Größe der zu streichenden Fläche bestimmen. Im nächsten Schritt können Sie über unseren Mengenrechner die benötigte Farbmenge bestimmen. Diesen finden Sie bei jedem Produkt unterhalb der Preisangabe. Wenn Sie Ihren Bedarf selbst errechnen wollen, dann nutzen Sie die Herstellerangaben zum Verbrauch im Datenblatt. Diesen Verbrauchswert für 1 m² multiplizieren Sie mit der zu streichenden Oberfläche.

Beispiel zu der Berechnung des Farbbedarfes

Gehen wir von einer Wandfläche von 20m2 aus, die wir mit der Klima-Innenweiß von Pictolor streichen wollen. Für den Verbrauch entnehmen wir aus dem Technischen Merkblatt der Farbe den Wert 145 ml/m².

Somit ergibt sich ein Mengenbedarf von 2900 ml, also 2,9 Liter, für die betroffene Streichfläche. Bei einfacher Beschichtung ist ein 5 Liter Gebinde ausreichend, wobei dies für einen Zweit- oder Drittanstrich nicht mehr ausreicht.

Lässt sich Innenfarbe auch außen streichen?

Innenfarbe sollte in den meisten Fällen nicht außen verwendet werden, außer, wenn sie zusätzlich dafür vorgesehen ist. Dies liegt daran, dass Innen- und Außenfarben unterschiedliche, anwendungsspezifische Eigenschaften besitzen, die eine Anwendung an anderer Stelle nicht vorsehen.

Lässt sich Außenfarbe auch innen streichen?

Außenfarbe sollte keinesfalls im Innenraum verwendet werden. Dies liegt generell an den Zusätzen, die Außenfarben enthalten können. Häufig enthalten Außenfarben Algizide und Fungizide, die ein gesundheitliches Anwendungsrisiko im Innenbereich darstellen. Auch hier verweisen wir auf die Technischen Merkblätter und die Sicherheitsdatenblätter der Hersteller. 

Wird eine Grundierung benötigt?

Hierfür muss der Untergrund untersucht werden. Für ein zielführendes Ergebnis muss der betroffene Untergrund tragfähig, sauber und eben sein. Unterschiedlichste Ursachen können die Anwendung einer Grundierung rechtfertigen bzw. sogar voraussetzen, um eine haftende und in Ihren Eigenschaften voll entfaltete Beschichtung anbringen zu können. Die Tragfähigkeit kann durch lose Anstrich- und Tapetenreste gefährdet sein, sowie durch sandende und kreidende Oberflächen. Putze müssen kontrolliert werden und grundsätzlich ist der Qualitätszustand des Untergrundes auf Brüche, Risse, Ausplatzungen etc. zu untersuchen. Insofern der Untergrund durch Beseitung von Unebenheiten wieder eben ist und eine saubere Oberfläche vorliegt, so kann ein verfestigendes Grundiermittel die notwendige Tragfähigkeit wiederherstellen.

Eine weiterer Umstand erfordert eine Begutachtung: die Saugfähigkeit des Untergrundes. Da einerseits ein dicker Farbauftrag nicht zielführend ist und andererseits eine farblich einheitliche Fläche erwünscht wird muss die Saugfähigkeit sich in einem akzeptablen Rahmen befinden. Grundierung können den Untergrund sättigen und auch eine einheitlichere Ebene mit der selben Saugstärke herstellen. Das verhindert das zu schnelle Austrocknen des Folgeanstriches und Farbschwankungen durch unterschiedliche Saugstärken.

Zuletzt sollen noch haftvermittelnde, sowie isolierende Grundierungen erwähnt werden. Während erstere für besonders glatte Untergründe vorgesehen sind, verhindern letztere farbliche Durchdringungen von fleckigen Untergründen. Für tiefergehende Informationen verweisen wir auf unseren Ratgeber Grundierung - Warum grundieren?, in dem wir ausführlich auf die Thematik des Grundierens eingehen.

Positive Effekte einer Grundierung

Durch das Aufbringen einer Grundierung erreichen wir also, dass der Untergrund

  • homogener hinsichtlich der Saugfähigkeit wird,
  • generell weniger saugfähig ist und dadurch
  • ein gleichmäßiges, technisch korrektes Aushärten des Farbauftrags zulässt.

Anwendungsbeispiel einer Grundierung

Sollen Dispersionsfarben beispielsweise auf Gipskarton aufgetragen werden, so ist es auf jeden Fall empfehlenswert die Gipskartonplatten zu grundieren, um ein potentielles Vergilben durch austretendes Lignin - ein Hauptbestandteiler von Holz - zu vermeiden. Eine Alternative zu der Kombination aus Grundieren und Streichen stellt die Verwendung einer Isolierfarbe dar.

Wir hoffen Ihnen, bei der Wahl der richtigen Innenfarbe, geholfen zu haben.
Sie sind sich noch nicht sicher? Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne telefonisch unter 07663 8342971, Mo - Fr 7 Uhr bis 16 Uhr, oder per E-Mail service@malerversand.de zur Verfügung.

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