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Grundierung - Warum grundieren?

Manche Heimwerker hinterfragen den Sinn des Grundierens und einige Fachmänner sind Grundierungen gegenüber noch immer skeptisch. Sie sehen einen weiteren Arbeitsschritt, der mit Kosten verbunden ist. Um der Unkenntnis des Heimwerkers und dem Missverständnis seitens mancher Fachleute gegenzusteuern, stellen wir uns in diesem Ratgeber der Herausforderung Ihnen zu erklären welche Wirkungen mit diesen Voranstrichen erzielt werden und welche Arten von Grundierungen existieren.

Mit Anwendung von Grundierungen werden die notwendigen Arbeitsschritte und Werkzeuge beschrieben. Grundiermittel bei Malerversand ist unser letzter Abschnitt, in dem wir Ihnen eine Auswahl an Grundierungen auflisten.

Welchen Anforderungen muss ein Grundiermittel gerecht werden?

Grundierungen - auch Primer genannt; alternativ Voranstrich - dienen als Anstrichmittel zum Vorbereiten des Untergrundes. Sie sorgen dafür, dass die Endbeschichtung der Wand, der Decke oder des Bodens in Ihrer Funktion und in ihrer Optik keinesfalls eingeschränkt wird.

Die fünf Aufgaben bzw. Wirkungen des Grundierens werden Ihnen im Folgenden erläutert:

1) Wann sollte die Saugfähgeit verringert werden?

Materialien können gravierend unterschiedliche Saugfähigkeiten besitzen. Sollte dem Anstrich in Form einer Farbe oder eines Putzes zu viel und zu schnell Wasser entzogen werden, führt das zu Schwierigkeiten. Das zu schnelle und zu starke Entziehen von Wasser wird Aufbrennen genannt. Somit ist eine Hauptaufgabe des Grundiermittels die Saugfähigkeit zu verringern.

Putze, Mörtel, Nivellierspachtel und Fliesenkleber benötigen für ein fachgerechtes Abbinden und Aushärten eine bestimmte Abbindezeit und eine notwendige Wassermenge, um eine starke Haftung zu erzielen. Dieser Prozess wird hydraulisches Härten genannt. Sollte das nicht gewährleistet sein, kann der Mörtel oder Kleber brüchig oder spröde werden, sowie eine mangelhafte Haftung zum Untergrund und zur Folgebeschichtung aufweisen. Dementsprechend können Tapeten, Farben, Putze und Fliesen abblättern bzw. abfallen.

2) Warum müssen unterschiedliche Saugstärken angepasst werden?

Werkstoffe weisen eine mehr oder weniger einheitliche Saugfähigkeit über die gesamte Bezugsfläche auf. Sollten unterschiedliche Materialien aufeinander treffen, so werden die Unterschiede eindeutiger. Hierfür gibt es eine Vielzahl von Beispielen, von denen wir zur Veranschaulichung einige aufführen:

  • Reparaturmaßnahmen an begrenzten Schadstellen
  • Mörtelreste auf dem Mauerwerk
  • Mauerwerk bestehend aus Fugen und Werkssteinen / Natursteinen
  • unterschiedliche Wandverkleidungen - Zementputz, Gipsputz, Gipskartonplatten, etc.
  • Spachtelfugen zwischen Gipskartonplatten
  • verklebte Stöße bei Holzwerkstoffplatten

Das Ausgleichen der unterschiedlichen Saugstärken ist ebenfalls notwendig, da ansonsten Fehlstellen entstehen. Die einheitliche Saugstärke soll über die gesamte Untergrundfläche gewährleistet sein, um gleichmäßige Ergebnisse erzielen zu können.

Ansonsten kann eine Farbe die erwähnten Fehlstellen bekommen, welche glanzlos, schwach, dunkler und matter wirken. Besonders bei schimmernden, seidenglänzenden oder hochglänzenden Farben sticht dieser Kontrast hervor. Das mehrmalige Überstreichen hilft selten aus!

 

Eine Oberfläche weist die folgenden positiven Eigenschaften auf, wenn Sie mit dem richtigen Grundiermittel vorbereitet wurde:

  • einheitliches und schönes Farbergebnis - ohne Fehlstellen
  • Unebenheiten des Untergrundes scheinen nicht durch
  • starke und gleichmäßige Haftung zum Untergrund
  • starke und gleichmäßige Haftung der Endbeschichtung / des Endbelages

3) Wie wird der Untergrund verfestigt und Staub gebunden?

Kaum eine Oberfläche kann durch das Abkehren bzw. Feuchtwischen komplett von Staub und losen Partikeln befreit werden. Dementsprechend ist eine Bindung all jener Stoffe notwendig, um eine fachgerechte Haftung zu gewährleisten. Lose Bestandteile können folgende sein: Staub, Lehm, Kalk, feine Sandkörner, Kreide oder Farbpigmente. Mit einem Grundiermittel wird die Wand abriebfester und kreidende Farbe färbt bei Kontakt nicht so leicht ab. Putze können z. B. ihre Ursprungsfarbe beibehalten, weil keine lose Partikel beim Auftragen aufgenommen werden und sich mit dem Putz vermengen.

Besonders im Altbau wird der Fall des Absandens von Mauerfugen und des Putzes vorgefunden. Sollte das zu stark vorangeschritten sein, hilft keine Verfestigung durch Tiefgrund mehr. Dann ist Nachverfugen oder das Entfernen des Putzes angesagt.

Für Böden wird die obere Randzone des mineralischen Estrichs mit einer Grundierung verfestigt.

4) Wie sichere ich die Haftung zwischen Untergrund und Anstrich?

Bei nicht saugenden und glatten Untergründen spielt die Haftung eine verstärkte Rolle. Der Verbund kann auf keine mechanische Art eingegangen werden. Die sogenannte Verzahnung bzw. Verkrallung kann nicht stattfinden, wodurch ein Haftgrund notwendig wird. Die Haftung wird durch den filmbildenden Auftrag erreicht, indem dieser einen hohen Kunststoffanteil beinhaltet. Die Oberfläche wird "aufgeraut", was die Haftung gewährleistet. Physikalisch ist hierdurch eine Oberflächenvergrößerung erzielt worden. Diese ist verantwortlich für die Verbesserung der Haftung und wird umgangssprachlich als "verrauen" bezeichnet.

5) Wieso sollte der Untergrund gegen Inhaltsstoffe abgesperrt und gegen Feuchtigkeit imprägniert werden?

Hierbei werden zwei Prozesse mit der Grundierung in Angriff genommen - die Wirkung vom Untergrund auf die Beschichtung / den Belag und umgekehrt. Einerseits sind Inhaltstoffe und Feuchtigkeit vom Untergrund nicht in der Beschichtung bzw. im Belag erwünscht, andererseits soll keine Feuchtigkeit von der Beschichtung in den Untergrund eindringen.

Durch tiefenwirksame Grundiermittel werden die Poren in mineralischen Materialien und Holzkonstruktionen bzw. -werkstoffplatten ausgefüllt. Damit wird die Kapillarität unterbunden und Feuchtigkeit (Wasser) kann nicht wandern bzw. aufgesaugt werden. Das Ausfüllen der Poren / Zwischenräume wird auch als Verschlämmung bezeichnet.

Zum Beispiel kommen beim Bau von Stahlbetongebäuden beträchtliche Wassermengen zusammen. Auch wenn diese Tatsache berücksichtigt wird (Austrocknung während der Rohbauphase), bleibt meistens eine nennenswerte Restfeuchte in Wänden, Decken und Böden vorhanden. Ein Parkettbelag wird auf einem neuen Estrichboden viel Feuchtigkeit aufnehmen und aufquellen. Umgekehrt würde ein Betonboden mit frisch übergossenem Nivellierestrich Feuchtigkeit wieder aufnehmen und ebenfalls aufquellen.

Zuletzt ist die zweite Funktion des Absperrens zu erwähnen. Zusätzlich zur Feuchtigkeit können Inhaltsstoffe bzw. Stellen ebenfalls Einfluss auf die Beschichtung ausüben. Diese sind Folgende:

  • Stockflecke (Wasserflecke)
  • Nikotin und Ruß
  • Fett- und Ölstellen
  • Gilbstoffe
  • Holzinhaltsstoffe
  • Versottungsflecke

Versottungsflecke sind braun-gelbe Flecke an den Mantelsteinen eines Kamins. Diese entstehen bei der Durchdringung von Wasser, Teer und Säuren. Um negative Auswirkungen auszuschließen, sperrt eine Grundierung jene Inhaltstoffe und Stellen ab. Genauer betrachtet wird mit dem Grundiermittel eine Schutzschicht aufgetragen, die nicht überwunden werden kann. Viele Grundiermittel sind dampfdiffusionsfähig, sodass eine Feuchtigkeitsregulierung durch diese Schicht hindurch stattfinden kann.

Welche unterschiedlichen Grundierungen gibt es?

Nachdem wir die Funktion und Wirkung von Grundierungen erläutert haben, können wir Ihnen nun die unterschiedlichen Hauptarten von Grundiermittel vorstellen.

Tiefgrund

Tiefgrunde sind meist farblose Grundierungen für fast alle mineralischen Untergründe und werden zum Beispiel oft im Trockenbau angewandt. Sie dienen hauptsächlich zum Verringern der Saugfähigkeit und zum Ausgleichen von großen Saugfähigkeitsunterschieden. Fliesen sollten zum Beispiel nicht ohne Tiefgrund auf Trockenbauplatten, Gipsputzen oder Porenbeton verlegt werden. Die Spachtelmasse wird aufgrund von starkem Wasserentzug nicht richtig abbinden und aushärten - die Haftung ist gefährdet. Tiefgrund und Tiefengrund sind gleichbedeutende Begriffe. Meistens sind es Grundiermittel auf Alkyd- oder Acrylharz-Basis.

Sperrgrund

Diese Grundierung wiederum ist ein Schichtbildner, welcher das Durschlagen von Flecken und Verfärbungen auf die Beschichtung verhindert. Diese Grundierschicht ist dampfdiffusionsoffen und hat im eigentlichen Sinn keine wirkliche Absperrwirkung.

Farbige oder stark gemusterte Tapeten können mit weiß pigmentiertem Sperrgrund oder Tapetengrund überstrichen werden und insbesondere Dekorputze benötigen eine Vorbehandlung mit Sperrgrund. Dieser feinkörnige Endputz besitzt eine hohe Wasseraufnahmefähigkeit, wodurch durchschlagende Pigmente schnell abfärben.

Putzgrund

Putzgrund ist mit Körnung versehen und gleicht in seiner Funktion dem Sperrgrund. Sie sind speziell für Dekorputze (0,5 bis 3 mm Korngröße) vorgesehen, da die Kornsgrößen der Anstriche aufeinander abgestimmt sind. Die Verzahnung bzw. Verkrallung wird erhöht.

Dickere Grundputze (10 bis 20 mm Korngröße) benötigen andere Grundierungen.

Haftgrund

Besonders schwierige Untergründe, die nicht saugfähig und glatt sind, können nicht mit üblichen Grundierungen vorbereitet werden. Hierfür ist Haftgrund notwendig, der wie Putzgrund zusätzliche Kunststoffpartikel besitzt. Hierdurch wird ein Verbund überhaupt ermöglicht und im Fall von Holz wird jenes zugleich mit einer Schutzschicht versehen, die das Aufquellen vermeidet.

Betroffene Oberflächen können z. B. Beton, Fliesen, Gussasphalt, Span- und OSB-Platten, Holzdielen und -balken (gehobelt) sein.

Anwendung von Grundierungen

Das saubere Abdecken und Abkleben des Raumes ist für alle Streicharbeiten wichtig. Das gesamte Arbeit wird durch die Schutzmaßnahme stark vereinfacht und beschleunigt, egal ob Putz, Altanstrich oder Tapete entfernt und ersetzt werden sollen. Sie können sich getrost dem Entfernen widmen und müssen sich keine Sorgen um Beschädigung des Bodens oder nachträgliches, zusätzliches Entfernen von Resten machen. Noch dazu können Sie beim anschließenden Auftragen das Anstreichen genießen und schnell arbeiten, ohne sich Sorgen um Spritzer und Kleckse machen zu müssen.

Für die sachgerechte Beurteilung und Vorbereitung des Untergrundes gelten die selben Anforderungen wie für Beschichtungen. Hierfür ist die Sichtprüfung, Wisch-, Klopf- sowie Abreißprüfung empfehlenswert. Mit der Sichtprüfung erkennen Sie Verfärbungen, lose Schichten sowie Verschmutzungen. Mit Spachtel, Bürste und Wasser können Sie diesen Mängeln Herr werden. Im Außenbereich ist sogar die Anwendung eines Hochdruckreinigers möglich. Die weiteren Prüfungsarten sind zur Kontrolle der Untergrundbeschaffenheit notwendig. Für die Abreißprüfung können Sie ein Gewebeband nehmen. Beim Abziehen lässt sich erkennen was alles an der Klebebeschichtung haften bleibt. Ist die Beschichtung oder die Tapete noch gut haftend oder muss sie entfernt werden? Sind Hohlräume vorhanden, um diese mit Spachtelmasse aufzufüllen? Sind ebenfalls Risse vorhanden, die verspachtelt werden müssen? Mit diesen Fragen können Sie die Oberflächen systematisch bewerten und die richtige Maßnahme ergreifen, um Ihrem Ziel näher zu kommen.

Denn Ihr Ziel ist das Schaffen einer trockenen, sauberen und zugleich rissfreien Oberfläche. Diese muss fest und tragfähig sein. Wie im Ratgeber zuvor erläutert wurde, muss die Oberfläche so gut wie möglich vom Staub befreit sein.

Nach der Vorbereitung des Untergrundes ist für das Auftragen der Grundierung ein Quast notwendig. Farbroller können ebenfalls verwendet werden und im Außenbereich ist sogar ein Drucksprüher verwendbar. Für kleine Reparaturmaßnahmen bieten viele Hersteller Grundiermittel in Sprühdosen an!

Fachmänner greifen auch auf Maßnahmen wie Schleifen, Schweißen, Abbrennen, etc. zurück, um Oberflächen zu bearbeiten. Diese Arbeiten dürfen nur in gut belüfteten Bereichen und mit angemessener (Atem-) Schutzausrüstung ausgeführt werden. Der Staub und / oder Dampf kann gefährlich für die Gesundheit sein!

Grundiermittel bei Malerversand

Bei Malerversand bieten wir Ihnen unterschiedliche Grundierungen an.

Empfehlungen für Tiefgrund

Empfehlungen für Sperrgrund / Isoliergrund

Empfehlungen für Putzgrund

Empfehlungen für Haftgrund

Falls Sie noch offene Fragen haben, steht für Sie von Montag bis Freitag zwischen 7:00 Uhr und 16:00 Uhr unsere Kundenbetreuung unter 07663834971 bereit. Alternativ erreichen Sie uns ebenfalls per E-Mail unter service@malerversand.de!

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