Filter schließen
Filtern nach:
Facebook
Newsletter abonnieren
Abonnieren Sie den kostenlosen Newsletter.

Ratgeber: Wann lasieren, wann lackieren? - Die Übersicht

Nachdem wir Ihnen mit unserem Ratgeber Innenfarben - Welche Farben wann verwenden? eine Einführung in die Welt der vielfältigen Farbanstriche erarbeitet haben möchten wir hiermit Ihre Kenntnisse bezüglich den unterschiedlichen Anstrichmitteln erweitern - Lacke und Lasuren sind das Thema!

Auch wenn sich diese Anstrichmittel ebenfalls aus den drei wesentlichen Bestandteilen zusammensetzen, so haben Sie Ihre eigene Entstehungsgeschichte, Ihre eigenen spezifischen Eigenschaften und Bezeichnungen. Wir möchten Ihnen bei der grossen Lackevielfalt mit ihren unzähligen Bezeichnungen behilflich sein die Übersicht zu behalten, damit Sie für Ihr Anliegen die richtige Wahl treffen können. Mit einer für Sie thematisch sortierten Auswahl bei Malerversand schließen wir diesen Ratgeber ab.

Lasur - ein kleiner, aber feiner Unterschied

Als erstes erklären wir Ihnen das Wesentliche bezüglich Lasuren und widmen uns im Anschluss den komplexeren Thema der Lacke.

Der Hauptunterschied zwischen Lasuren und Lacken besteht in der Absicht die optischen Oberflächenmerkmale des Untergrundes (Strukturen und Maserungen) durch den Anstrich hindurch noch erkennen zu können. Der Wunsch eine Schutzschicht anzubringen, um das jeweilige Objekt bzw. die Fläche zu schützen, soll die optisch ansprechenden Muster nicht komplett überdecken. Im Besten Fall sollten diese sogar noch betont werden! Dementsprechend ist eine Lasur ein lichtdurchlässiges Anstrichmittel, dass auch als durchsichtig oder als durchscheinend bezeichnet wird. Je nach Zusammensetzung entsteht durch das Auftragen eine transparente bis semitransparente Beschichtung und ist weitgehend offenporig, wodurch Feuchtigkeit entweichen kann.

Zusätzlich zum klassischen und bekannten Anwendungsbereich als Holzschutz- bzw. Holzanstrichmittel können mineralische Untergründe ebenfalls lasiert werden. Sichtbeton ist durch die Verwendung von hochwertigen Betonzusammensetzungen und weiterentwickelten Stahlbetonbautechniken ein bewährter Baustil. Insofern kein Bindemittel auf Silikatbasis verwendet wird entsteht die gewünschte, filmbildende Schicht mit der noch sichtbaren Betonstruktur. Im Falle eines Silikat-Bindemittels würde die Verkieselung stattfinden.

Das Unterscheidungsmerkmal von Lasuren ist ihre Konsistenz:

Dünnschichtlasur

Diese Lasurart hat eine wasserähnliche Konsistenz und ist durch den hohen Lösemittelanteil nicht für innen geeignet. Der Anstrich dringt durch die Oberfläche hindurch tief in das zu schützende Objekt ein. Anstatt der Schichtbildung entsteht ein Tiefenschutz, welcher bei Bedarf / Interesse auch überstrichen werden kann, und das sogar mit einer Dickschichtlasur. Die Dünnschichtlasur verwittert durch Ausbleichen und Auswaschen und ist sehr leicht aufzutragen. Nicht maßhaltige Konstruktionen wie Verbretterungen, Zäune und Beplankungen sind hierfür vorgesehen und ein Nachstreichen als Wartungsmaßnahme ist immer wieder erforderlich.

Dickschichtlasur

Im Gegensatz weist die Dickschichtlasur hingegen eine schwerfließende Konsistenz wie Lacke auf und dringt nicht so tief in das zu schützende Objekt ein. Diese Einstellung ist auf den hohen Bindemittelanteil zurückzuführen (über dreißig Prozent Festkörperanteil). Die Verwitterung findet durch Ausbleichen und Abblättern statt. Dieser schutzschichtbildende Anstrich ist für maßhaltige Konstruktionen vorgesehen, zu denen beispielsweise Türen, Fenster, Möbel, Verkleidungen, etc. dazugehören. Auf dem Markt finden sich Lasuren mit und ohne Lösemittel.

Mittelschichtlasur

Diese Zwischenform wurde entwickelt, um die unterschiedlichen Vorteile der zwei gegensätzlichen Lasurschichtarten zu nutzen. Ein Kompromis, der für eine mittelmäßige Eindringtiefe und ebenfalls mittelmäßige Schichtstärke sorgt.Verständlicherweise ist sie durch Ihre Konsistenz leichter aufzutragen als eine Dickschichtlasur. Fensterläden und Fachwerkkonstruktionshölzer gehören als bedingt maßhaltige Konstruktionen zum Anwendungsbereich.

Lasur, nicht Glasur!

Eine Glasur ist die Beschichtung von Keramikprodukten, also einer mineralischen Oberfläche. Steingut, Steinzeug und Porzellan gehören dazu. Dabei entsteht eine geschlossene, glasartige Schutzschicht, die wasserundurchlässig ist. Früher war das eine übliche Präparierungsmethode, um Behälter zur Aufbewahrung von Lebensmitteln und Getränken verwenden zu können. Ebenfalls sind Dachziegel sehr bekannte Anwendungsobjekte für diese Beschichtungsmethode.

Lacke, die etwas andere Farbe?

Das Thema der Lacke ist in mehrere Unterkapitel gegliedert. Die Zusammensetzung soll als Einführung dienlich sein, um daraufhin detailierter auf die Bindemittel einzugehen, welche vielfältig und von grosser Bedeutung sind. Abgerundet wird dieser Teil mit einer Auflistung den unterschiedlichen Eigenschaften von Lacken. Im Anschluss erklären wir die Entstehung der verschiedenen Lackbezeichnungen, um daraufhin einige der bekannten Lackarten kurz und bündig aufzugreifen.

Insofern Sie noch Zeit und Muse besitzen empfehlen wir Ihnen unsere prägnante, chronologische Auflistung der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte von Lacken.

Zusammensetzung, eine kurze Auffrischung

Lacke sind in flüssiger und sogar pulverförmiger Konsistenz erhältlich. Während die Unterscheidung zwischen Lasuren und Lacken bzw. Farben durch ein entscheidendes Merkmal definiert ist, so ist der Übergang zwischen Lacken und Farben fließend. Alle Anstriche können je nach Zielsetzung in drei Bereiche wirksam sein: schützend, verzierend (dekorativ) und funktional. Mit funktional ist eine bestimmte Oberflächenbeschaffenheit oder Zusammensetzung beabsichtigt, um gewisse Effekte / Eigenschaften zu nutzen.

Die Hauptbestandteile von Lacken sind Folgende:

  • Bindemittel
  • Lösemittel (Verdünnungsmittel)
  • Farbgebende Mittel (Pigmente)

 

Die Bestandteile werden in flüchtige (Lösemittel) und nichtflüchtige Bestandteile unterteilt. Zu Letzteren gehören das Bindemittel, die Pigmente bzw. das farbgebende Mittel, Öle, Harze, Füllstoffe und Additive. Das Lösemittel ermöglicht die Streichbarkeit des Gemisches und verdunstet während des Austrocknens. Dabei härtet der Lack aus und die nichtflüchtigen Bestandteile bilden einen verfestigten Anstrich.

Bindemittel - viele Arten und viele Eigenschaften

Das Bindemittel erfüllt mehrere Funktionen. Einerseits sorgt es für eine gleichmäßige Mischung der weiteren, nichtflüchtigen Bestandteile und des Lösemittels (Suspension). Ebenfalls ist er für einen optimalen Trocknungsprozess ohne Blasenbildung und für den Glanz verantwortlich. Natürliche Bindemittel sind Öle, (Natur-)Harze (z. B. Kolophonium, Dammar, Copal) und Pflanzenbestandteile (siehe China- und Japanlack). Heutzutage sind vermehrt synthetische Bindemittel im Einsatz. Diese synthetischen Harze, Polymere, etc. sind als Dispersion mit einer wässriger Lösung, gelöst in Lösemittel (1K-Lack) bzw. in 2K-Lacken mit den Komponenten Kunstharz und Härter vorzufinden. Durch das Umweltbewusstsein und den technischen Fortschritten tendiert die Lackindustrie immer mehr zu lösemittelfreien Systemen. Dazu gehören Pulverlacke, Suspensionen von Lackpartikeln in Wasser und strahlhärtenden Lacksystemen. Mit Suspension ist ein einheitliches Stoffgemisch mit einem Fest- und einem Flüssigstoff gemeint.

Desweiteren ist das Bindemittel die zusammenhängende Schicht (Matrix), in der die nichtflüchtigen Bestandteile nach dem Aushärten eingebunden sind. Der Ausdruck Filmbildner ist hier angebracht, da ein Film (Beschichtung / Schicht) auf dem Untergrund entsteht. Diese Schicht soll gute chemische und physikalische Eigenschaften aufweisen. Zum Beispiel verbessern Harze die Haftung des Lackes auf dem Untergrund und wirken positiv auf den Glanzgrad.

Hier finden Sie eine Auflistung unterschiedlicher Bindemittel. Die Beispiele in Klammern sollen Ihnen als Nachschlagemöglichkeit dienlich sein, sodass Sie die Fachbegriffe zuordnen können.

  • Härtende Öle
  • Cellulosederivate (Celluloseester, Cellulosenitrate (Nitratcellulose), Ethylacetat, Celluloseacetat)
  • Zuckerderivate
  • Alkydharze
  • Polyacrylate
  • Epoxidharze
  • Polyurethane

 

Bei manchen Bindemitteln ist nach der Aushärtung (physikalische Trocknung) das Wiederaufquellen des Lackes und eine Teilauflösung möglich, da keine zusätzlichen, chemischen Verbindungen entstehen. Die betroffenen Bindemittel sind Chlorkautschuk, Vinylpolymerisate, Styrol-Butadien-Copolymerisate und Silikone.

Fortgeschrittenes / Weiterführendes Wissen

Diese Ausdrücke und Tatsachen finden hier kurz Erwähnung. Im Rahmen des Ratgebers können Sie diese Informationen zuordnen, insbesondere wenn Sie durch Ihre Recherchen auf diese Ausdrücke stoßen sollten. Desweiteren können Sie diese Hinweise zum gegebenen Zeitpunkt vertiefen.

Folgende Unterteilung der Filmbildner wird verwendet: niedermolekulare F. (Nitrocellulose, Cinylchlorid-Vinylacetat-Copolymere) und hochmolekulare F. (ungesättigte Polyesterharze, Epoxidharze). Bei der Härtung findet ein Übergehen in hochmolekulare Verbindungen statt. Noch dazu gibt es vernetzende Filmbildner (ungesättigte Polyesterharze, Acrylsäureester, Epoxidharze, Alkydharze), welche mit z. B. Phenol- oder Melaminharz Verbindungen eingehen können. Diese zusätzlichen, chemischen Verbindungen verfestigen den Lack weiter und erschweren ein erneutes Aufquellen.

Eigenschaften

Durch die weiterentwickelten, technischen Möglichkeiten und die vertieften Chemiekenntnisse sind die Lackentwickler immer besser darin geworden einzelne Eigenschaften besonders hervorzuheben, Lacke für spezielle Anwendungen zu entwickeln und neueste Kombinationsmöglichkeiten zu testen. Um dieser Tatsache gerecht zu werden finden Sie hier eine Übersicht über die Vielzahl an Eigenschaften, die bei der Lackentwicklung betrachtet und verbessert wurden und noch werden.

  • Schnellere Antrocknung
  • Höhere Wetterbeständigkeit
  • Größere Oberflächenhärte
  • Geringere Vergilbung
  • Höhere Chemikalienbeständigkeit
  • Erhöhte Haftung
  • Erhöhter Glanzgrad
  • Erhöhte Hitzebeständigkeit
  • Hervorragender Verlauf
  • Erhöhte Wasserdampfdurchlässigkeit
  • Erhöhte Abriebfestigkeit

Bezeichnungen

Die Bezeichnung bzw. Unterteilung der Lacke kann auf unterschiedliche Aspekte zurückgeführt werden.

Einerseits richten sich die Namen nach Art des Bindemittels (z. B. Öllack, PU-Lack) und andererseits nach Art des Lösemittels (z. B. Spiritus-Lacke). Die Trocknungsweise (lufttrocknend, wärmetrocknend oder als Einbrennlack) oder das Anwendungsgebiet (z. B. Autolack, Klavierlack, Heizkörperlack, etc.) werden ebenfalls verwendet. Das Erscheinungsbild dient genauso als Orientierung. Entweder wird auf den Glanzgrad oder auf die Oberflächenbeschaffenheit Bezug genommen (z. B. Metall-Effekt-Lack, Hochglanzlack, Hammerschlaglack, etc.). Eine weitere Benennung bezieht sich auf Eigenschaften. Klar-, Tauch- und Spannlack sind solche Beispiele. Während Ersteres eine pigmentlose, transparente Schicht bildet, ist Zweiteres für das Eintauchen des zu beschichteten Objektes vorgesehen. Der Spannlack wiederum ist in der Lage während des Austrocknens das Papier- bzw. Gewebeobjekt zu spannen.

Nach dieser Erläuterung sollten sie in der Lage sein durch diesen Begriffsdschungel hindurchblicken zu können, um zu erkennen, was Sie vor sich haben und worauf Sie zu achten haben.

Einige Lackarten

Durch die Unterscheidung zu Lasuren und den ausführlichen Unterkapiteln zu Lacken stellen wir Ihnen abschließend einige, bekannte Lacke kurz und bündig vor.

Wasser- und Dispersionslack

Der organische Lösungsmittelanteil liegt bei ca. 7 bis fünfzehn Prozent. Das Umweltzeichen Blauer Engel ist öfters anzutreffen. Eine Unterscheidung findet in wasserlösliche und wasserverdünnbare Lacke statt. Dispersionslacke sind die zweite Variante und sind durchschnittlich mit 5 bis fünfzehn Prozent Wasserzugabe verdünnbar. Diese weisen tendenziell einen höheren Anteil an organischen Lösemittel auf. In der Regel wird die Bezeichnung Wasserlack für die wasserverdünnbaren Lacke verwendet.

Die Anwendungsbereiche beziehen sich auf Holz-, Metall- und Kunststoffoberflächen, sowie auf den Innen- und Außenbereich. Unterschiedliche Bindemittel werden verwendet. Dieser Lack ist als 1K- und 2K-Lack vorzufinden. Zum Beispiel werden Parkett und Holzböden mit farblosem Wasserlack versiegelt. Für den Außenbereich sind die pigmentierten Varianten empfehlenswert.

Alkydlack (Alkydfarbe bzw. Alkydharzlack)

Der Lösemittelanteil variiert zwischen 10 und fünzig Prozent. Sie sind für Holz und Metall sowohl im Innen- als auch im Außenbereich geeignet. Ob Fassadenbekleidungen, Fenster, Türen, Fußböden, Parkett und Treppen, sowie Möbel für Garten, Bad und Küche - Alkydharzlack wird vielseitig eingesetzt. Dieser sehr gute Filmbildner enstand bei der Suche nach einem schneller trocknenden Lack für die industrielle Nutzung. Öllacke waren durch ihe lange Trocknungszeit für die Massenanfertigung ein Hindernis. Weitere berechenbarere Eigenschaften sind eine höhere Hitzebeständigkeit, eine bessere Farbbeständigkeit und ein erhöhter Glanzgrad.

In der Regel sind Alkydharzlacke in jedem Verhältnis mit Ölfarben, Öllacken und Nitrocellulose (Cellulosenitrat) mischbar! Als Lösungsmittel werden Terpentinersatz (Testbenzin) oder Universalverdünnung eingesetzt.

Festkörperreiche Lacke (High-Solid-Lack) und wasserbasierte Systeme gehören zu den aktuellen Entwicklungsergebnissen und -richtungen dieser Kunstharzlacke, da Sie ein sehr grosses Kombinationspotential mit anderen Filmbildnern bieten.

Acryllack (Acrylatlack bzw. Polyacrylate)

Diese Lacke werden im Innen- und Außenbereich angewandt und haben als Bindemittel Acrylharz gemeinsam. Das Umweltzeichen Blauer Engel ist hier ebenfalls vorzufinden, da lösemittelhaltige Varianten einen hohen Wasseranteil haben können. In diesen Fällen sind zusätzlich nur geringe Mengen an Konservierungsmittel und keine bleihaltigen Hilfsstoffe erlaubt. Durch diesen geringen Anteil an organischen Lösemittel wurden im Bau- und Heimwerkerbereich Nitro- oder Alkydharzlacke, sowie vergleichbare Alternativen, weitgehend durch Acrylatlacke ersetzt. Neue chemische Kenntnisse haben die anfänglich geringere Abriebfestigkeit gegenüber Kunstharzlacken grossteils ausgeglichen. Dafür gelten sie als besonders haltbar und werden vielseitig eingesetzt. Diese Lacke haben auch eine gute Optik, eine hohe Beständigkeit, einen guten Glanz und gute Festigkeit. Die Vielzahl an guten Eigenschaften wird bei den dispergierten Varianten (hoher Wasseranteil) dadurch ergänzt, dass diese eine gute Haftung und Elastitzität aufweisen.

Holz, Mauerwerk, Gips und Nichteisenmetalle können beschichtet werden. Sie werden unterschiedliche Varianten vorfinden, die als Voranstrich, als Zwischen- und auch als Endbeschichtung Verwendung finden.

Als Dichtstoffe auf Acrylharz-Basis sind diese der Silikon-Variante im Vorteil, insofern ein Folgeanstrich erforderlich ist. Diese Dichtstoffart ist überstreichbar!

Nitrolack (Nitrocelullose-, NC- oder CN-Lacke)

Nitrolack wurde 1921 entdeckt und vorerst in der Automobilindustrie verwendet. Durch das schnelle Verfestigen war dieser Lack für die Fließbandproduktion hervorragend geeignet. Heute werden diese Lacke vielseitig als Möbellacke, Metalllacke, Lederlack, Folienlacke, etc. verwendet. Das ist auf die gute mechanische Belastbarkeit zurückzuführen. Das Bindemittel findet sich auch in Zaponlack und Nagellack.

prozentuale Anteil an organischen Lösemitteln liegt bei siebzig bis achtzig. Während eine schnelle Verarbeitung dadurch möglich ist, ist eine Überarbeitung schwierig. Die Erstbeschichtung wird durch das Lösemittel wieder aufgelöst. Dieser Lack gilt als wenig lichtecht, witterungsempfindlich und ist gering beständig gegen Chemikalien, Wärme und Wasser.

Polyurethanlack (PUR- bzw. DD-Lack)

Mit bis zu 50 Prozent an organischen Lösungsmitteln versehen gelten diese Lacke als umwelt- und gesundheitschädlich. In Kontakt mit Luft bzw. beim Mischen der mehreren Komponenten findet eine chemische Reaktion statt. Deswegen wird auch der Ausdruck Reaktionslacke verwendet. Das ist auf die hohe Beständigkeit, die besondere Härte und Abriebfestigkeit zurückzuführen. Angewendet werden diese Lacke z. B. für Fußböden, Möbeln, als Bandbeschichtungs-Lacke (Coal Coating), für Treppen und Tische. Somit sind sie auch als Versiegelungslacke zu bezeichnen. Die Kategorisierung als Klar- und Decklack beruht ebenfalls auf Ihre Beständigkeit, da sie sich als deckende Endbeschichtung eignen und auch in klarer, nicht pigmentierter Form angewendet werden können. Die Beschichtung leistet Chemikalien, Lösemittel und Witterung enormen Widerstand. Durch die gute Haftung sind Voranstrich-Lacke bzw. Grundierlacke auch auf dieser Basis zu finden. Sperr- und Isoliergrunde gehören auch dazu. Oberflächen können aus Holz, Beton, Kunststoffe und Metalle sein.

Polyesterlack (UP-Lack)

Typisch für klassische Kunstharzlacke finden wir hier ebenfalls einen sehr hohen Lösemittelanteil vor ( bis zu fünzig Prozent). Meistens ein 2K-Lack, sind beide Komponenten gesundheitschädlich und erfordern somit die Verwendung von Arbeitschutzausrüstung wie Atem-, Sicht- und Streichschutz. Die hohe Beständigkeit und das Auftragen in besonders dicken Schichten qualifiziert diese Lackart für strapazierfähige Möbellackierungen.

Durch die chemische Reaktion des 2K-Lackes ist eine schnelle Verarbeitung zwingend. Zugleich ist eine Umgebungs- und Objekttemperatur zwischen 20 und 24 °C einzuhalten.

Epoxidharzlack

Epoxidharzlacke härten bzw. trocknen ohne Abspaltung von flüchtigen, organischen Verbindungen aus und sind häufig 2K-Lacke, die schnell verarbeitet werden müssen. Unter Abspaltung ist das Ausgasen jener gesundheitgefährdenden Stoffe gemeint. Glasfaser ist ein besonderer Zusatzstoff, um die Strapazierfähigkeit zu erhöhen. Anwendungsbereiche wie besonders stark belastete Untergründe (z. B. Hallenböden, generell Flächen aus Stahl und Beton), als Unterwasseranstriche und als Korrossionsschutz sind für diese Lacke vorgesehen. Die 2K-Varianten sind sehr widerstandsfähig gegen nahezu alle Chemikalien und weisen trotzdem eine hohe Elastitzität mit Wasserbeständigkeit auf.

Schellack

Schellack gehört zu den Lacken aus natürlichen Bestandteilen, wobei sich das Bindemittel selbst (Schellack) aus den Absonderungen einer asiatischen Läuseart (Lackschildlaus) gewinnen lässt. Der Ursprung aller Lacke ist besonders empfindlich und wird nur noch selten in Restaurationsfällen für Möbelstücke angewandt. Zeit- und Kostenintensität sind selten zu rechtfertigen.

VOC Lack

Lacke dieser Art erfüllen die Begrenzung von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), welche durch die Gesetzgebung aus den Jahren 2007 und 2010 vorgegeben ist. Die Abkürzung ist auf die englischen Wörter bezogen: volatile organic compounds.

2K-Lack

Zweikomponentige Lacke bestehen aus einem Harz und einem Härter, die getrennt aufbewahrt werden. In Sprühdosen wird durch einen Mechanismus der Härter dem Lack zugeführt. Ansonsten sind zwei getrennte Behälter miteinander zu vermengen. Eine schnelle Verarbeitung ist aufgrund der kurzen Offenzeit bzw. der schnellen Trocknungsphase zwingend notwendig. Diese Lacke stechen mit ihrer Widerstandsfähigkeit hervor.

High Solid Lack

Moderne High-Solid-Lacke beinhalten zwischen 3 bis fünfundzwanzig Prozent an organischem Lösungsmittel. Diese sind für den Einsatz im Heimbereich meist gut geeignet, da sie dicke und stabile Lackschichten bilden. Das ist auf den hohen Festkörpergehalt von teilweise über sechzig Prozent zurückzuführen. Eine höhere Ergiebigkeit ist neben der Umweltschonung ein weiterer Vorteil dieser Lacke.

Klarlack

Klarlacke weisen eine nicht farblich pigmentierte Schutzschicht auf. Diese Bezeichnung ist somit eine rein optische Betrachtung des verwendeten Lackes.

Heizkörperlack (HK-Lack)

Diese Lacke sind für die Beschichtung von Warmwasserheizkörpern und Heizkörperrohren im Innenbereich vorgesehen. Für diesen Anwendungsbereich ist eine Hitzebeständigkeit mit zwei Grenzwerten notwendig - einem Grenzwert für die Dauerbelastung und einem für die Spitzenbelastung. Die Dauerbelastung liegt je nach Hersteller zwischen 100 bis 150 °C. Zusätzlich ist auf die Vergilbungsbeständigkeit und die Haftung auf Altanstrichen zu achten. Öfters ist eine Alkydbasis vorzufinden.

Pulverlack

Pulverlacke gehören zu den lösungsmittelfreien Systemen, die die VOC-Richtlinien berücksichtigen. Der Festkörperanteil kann bis zu über fünfundsiebzig Prozent betragen. Als Lösemittel werden Kunststoffe (Monomere) verwendet, die sich durch Strahleneinwirkung mit dem Bindemittel und allen anderen nichtflüchtigen Bestandteilen des Lackes zu einer Schutzschicht verbinden. Somit geraten diese durch Ausgasung / Abspaltung nicht in die Umwelt.

Coal Coating

Zu Deutsch: "Bandbeschichtung". Dieses Verfahren wurde 1957 in Amerika und 1960 in Deutschland eingeführt, welches durch eine besondere, maschinelle Effizienz und einen erheblich geringeren Lackverbrauch hervorsticht. Das zu beschichtende Metallband wird ununterbrochen mit Anstrichmittel beschichtet und anschließend über einer Ofenzone ausgehärtet.

Kunstharzlacke

Das 1902 entwickelte Laccain (Phenol-Formaldehyharz) ist die erste Lackvariante dieser Art und galt als der Ersatz für Schellack. Carl Heinrich Meyer gilt als der Erfinder. Modifizierte, natürliche Harze sind ebenfalls zu all den unterschiedlichen Kunstharzarten inbegriffen.

Geschichte

Leinöl und Zinnober - Ersteres als Bindemittel und Zweiteres als Pigment -, so sieht das älteste, bekannte Rezept in unserer Welt aus. Im 18. Jahrhundert entstanden die Lacksiedereien und boten einen größeren Farbgestaltungsspielraum. Mit der Industrialisierung entstanden die Lackierungen mit gleichmäßigeren Beschichtungen durch die Verfahren des Gießens, Walzens und Tauchens. Somit kam der Aspekt des Schutzes ins Spiel. Entscheidende Entwicklungen waren die Gründung des Verbandes der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie im Jahre 1900, die Herausgabe der Branchenzeitschrift Farbe und Lacke im Jahre 1893, sowie die Bildung der Interessensgemeinschaft deutscher Teerfarbenfabriken im Jahre 1916. (Umbenennung in die berühmt-berüchtigten I. G. Farben im Jahre 1925).

Im Folgenden finden Sie weitere entscheidende Entdeckungen, Geschehnisse und Entwicklungen in einer stichpunktartigen Auflistung:

  • Neue Bindemittel: Laccain (1902), Bakelit (1905)
  • Lackkunstharze (synthetische Bindemittel):
  • Phenolharz (1913)
  • Harnstoffharze (1918)
  • Alkydharze (1927; schnell härtend)
  • Nitrozelluloselacke (1921; Automobilindustrie)
  • Textil- und Lederlacke, Nagellacke; Kombination mit Alkydharzen: Metall, Holz und Gewebe sind lackierbar.
  • 1924 Grundstein für die Lackforschung in Krefeld gesetzt (Fachhochschule Niederrhein; RAL-Farben)
  • Epoxidharze (1948)
  • wasserbasierte Lacke (1949)
  • Silikonharze + Coil Coating (1960)
  • Erste deutsche Pulverbeschichtungsanlage (1966)
  • Erstes Farbmischsystem (1975)
  • 1970er + 1980er Umweltbewusstsein: Lösemittelgehalt und -art wird verändert
  • Verpflichtungen der deutschen Lackhersteller (1983)
  • Erste emissions- und lösemittelarmen Dispersionsfarben (=< 10 % organischer Lösemittel; Vergleich zu Naturharz-, Kunstharz- und Alkydharzlacke=< 60 %) (1985)
  • Pulver-Slurry in Wasser aufgeschlämmter Pulverlack (1996)
  • Lacke mit Selbstreinigungseffekt; 2007 + 2010 erneut gesenkte VOC-Grenzwerte (1999; EU-Gesetzgebung, REACH, GHS, Decopaint-Richtlinie)

Lacke und Lasuren bei Malerversand

In Anspielung an die vielfältigen Bezeichnungsmöglichkeiten haben wir für Sie oft angewandte Bezeichnungsarten herausgesucht:

Bezeichnungen nach dem Anwendungsort

Bezeichnung nach optischen Kriterien

Differenzierung durch die Zusammensetzung

Unterscheidung durch die Anwendungsart

Verdünnungs- und Reinigungsmittel

 

Falls Sie noch offene Fragen haben, steht für Sie von Montag bis Freitag zwischen 7:00 Uhr und 16:00 Uhr unsere Kundenbetreuung unter 0766-3834971 bereit. Alternativ erreichen Sie uns ebenfalls per E-mail unter service@malerversand.de!

Passende Artikel